Bild von HIV und Aids


HIV-Positive wurden in der Presse schon als Biowaffen, Mörder oder Virenschleuder bezeichnet. Solche diskrminierenden Begriffe zeigen, dass die Presse ihrer besonderen Verantwortung oft nicht nackommt. Um der Schlagzeile willen werden leider immer wieder„gefährliche Situationen“ reißerisch dargestellt oder Begriffe völlig falsch benutzt:

 

In der BZ vom 7.2.2013 wurde über einen „Aids-Spucker“ berichtet, gegen den wegen Anspuckens eines Reisenden am Bahnsteig die Bundespolizei wegen gefährlicher Körperverletzung ermittele. Spucke ist keine Körperflüssigkeit, die zu einer Übertragung von HIV führt.

Der Ausdruck „Aids-Spucker“ ist ungeeignet und diskriminierend. Der Spucker ist HIV-positiv und hat nicht das Krankheitsbild Aids. Der Begriff Aids wird meist falsch gebraucht um Dramatik in eine Geschichte zu bringen. Mit dem Wort Aids verbindet man Tod, Sterben, eine schwere und rätselhafte Krankheit, geheimnisvolle Infektionswege, Schwulen- und Fixerkrankheit- es wird abwertend und dramatisierend gebraucht.

 

Die HIV-Infektion ist zu einer chronischen, behandelbaren Krankheit geworden. Leider ist diese Tatsache noch nicht in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Hier schwirren immer noch die Bilder eines sterbenden Rock Hudsons - die des „alten“ Aids - in den Köpfen umher. Gepaart mit der Tatsache, dass HIV eine Infektionskrankheit ist, die mit Sexualität und Drogenkonsum, bzw. mit nicht der Norm entsprechenden Lebensstilen verknüpft ist, bietet dies einen Nährboden für Stigmatisierung und Kriminalisierung.